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XLinC Lab – Experimentelle Pragmatik: 3 Kölner Projekte in der 2. Förderphase

Das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Schwerpunktprogramm 1727 „XPrag.de: New Pragmatic Theories Based on Experimental Evidence“ geht in die 2. Förderphase.

Das interdisziplinär ausgerichtete Schwerpunktprogramm wurde von Prof. Dr. Petra Schumacher (Institut für deutsche Sprache und Literatur I, Universität zu Köln) und PD Dr. Uli Sauerland (Leibniz-Zentrum für Sprachwissenschaft, Berlin) initiiert und 2014 von der DFG eingerichtet und mit über 10 Millionen Euro gefördert. Petra Schumacher und Uli Sauerland koordinieren das Programm, an dem aktuell 14 Projekte an mehreren deutschen Institutionen beteiligt sind.

Drei Einzelprojekte sind an der Universität zu Köln angesiedelt unter der Leitung von Prof. Dr. Sophie Repp („Affirmative und zurückweisende Erwiderungen auf negative Assertionen und Fragen“), Prof. Dr. Petra Schumacher („Die Verarbeitung der Sprecherbedeutung: Kenntnis, Kooperation, Commitment“), und Dr. Maria Spychalska („Eine Neubetrachtung des epistemischen Schritts: Die Rolle der Sprecher- und Hörerperspektive für die Verarbeitung quantitativer und temporaler Implikaturen“), die im Rahmen des Labors für Experimentelle Linguistik in Köln (XLinC) durchgeführt werden.

Ziel des Verbundes ist es, durch die Zusammenarbeit über Disziplingrenzen hinweg – mit Semantik, Pragmatik, Psycholinguistik, Sprachphilosophie, Kognitions- und Neurowissenschaft – zu einem kognitiv plausiblen Modell der Sprachverarbeitung zu gelangen. Im Fokus der Untersuchungen stehen hierbei Bedeutungsaspekte, die während der Kommunikation nicht explizit artikuliert werden, aber typischerweise vom Adressaten als vom Sprecher intendierte Bedeutung identifiziert werden. So deutet etwa ein Sprecher mit der Äußerung “Einige Kirschen sind sauer” an, dass nicht alle Kirschen sauer sind. Oder eine Sprecherin kann ihr Gegenüber auffordern, die Klimaanlage anzuschalten, wenn sie sagt „Mir ist heiß“. Die Experimentelle Pragmatik geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen es zu unterschiedlichen Interpretationen der Sprecherbedeutung kommt und nutzt hierzu experimentelle Methoden aus den Kognitions- und Neurowissenschaften wie EEG- und Blickbewegungsmessungen, Reaktionszeitbestimmungen, Elizitationsstudien oder bildgebende Verfahren.

Kontakt:
Prof. Dr. Petra Schumacher
Koordinatorin des SPP 1727 „XPrag.de“

+49 221 470 2696

petra.schumacher(at)uni–koeln.de

Weitere Informationen: http://www.xprag.de