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Forschungsprojekte der Philosophischen Fakultät 2017/2018

Foto: Stefanie Samida

Public History

Theorie und Methodik einer neuen geschichtswissenschaftlichen Subdisziplin

Jun.-Prof. Dr. Christine Gundermann | Historisches Institut

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

Das von der DFG geförderte Netzwerk nahm im September 2017 seine Arbeit auf und wird im deutschsprachigen Raum erstmals einen systematischen Austausch über theoretische und methodische Fundierungen der Public History ermöglichen, die bis jetzt vor allem als ‚angewandte Geschichte‘ eher praxeologisch behandelt und diskutiert wird.



Auf den insgesamt sechs Arbeitstreffen werden Fragen nach leitenden Begriffen, Theoriemodellen und Methoden insbesondere der konzeptionellen Ausrichtung und der empirischen Erforschung einer Public History diskutiert, die sich als Subdisziplin der Geschichtswissenschaft begreift, und gleichzeitig von ihrem Gegenstand und ihrer Institutionalisierung als universitäres Studienangebot immer auch transdisziplinär und anwendungsorientiert gedacht und diskutiert werden muss. Das Netzwerk verbindet daher Geschichtswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie Geschichtsdidaktikerinnen mit Expertinnen der Ur- und Frühgeschichte, Ethnologie, Kunstgeschichte, Archäologie und Medienwissenschaften. Unser Team besteht aus 12 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern von acht verschiedenen Wissenschaftsstandorten, darunter das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, die Universität Hamburg, die Europa-Universität Flensburg, die Univesität Freiburg, das Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam, die Utrecht University sowie die Heidelberg School of Education.
In unserer Gruppe brechen wir die bisher eher isoliert geführten Diskurse über Erinnerungskultur (Zeitgeschichte) und Geschichtskultur (Geschichtsdidaktik) als zweifellos zentrale Fundierungen einer universitären Public History auf, erweitern diese und schärfen durch ihre Verbindung das Profil einer Public History als Subdisziplin der Geschichtswissenschaft.
Wir gehen daher von drei thematischen Bereichen aus, die es uns erlauben, traditionelle und ‚fachfremde‘ Kernbegriffe einer als Wissenschaft verstandenen Public History zusammenzudenken: Geschichte erleben, Geschichte machen, und Geschichte vermitteln. Diese nicht immer trennscharfen Bereiche spiegeln die wichtigsten Fragen an eine universitäre Public History wider und greifen die Historisierung der Public History selbst, ihre theoretische und methodische Fundierung sowie ihre Beschreibungsmodelle auf.
Gleichzeitig ermöglichen sie einen analytischen Zugriff, der medienübergreifend ist und dezidiert einen epochenübergreifenden Zugriff auf geschichtskulturelle Phänomene ermöglicht. So können die medienspezifischen Diskurse über Geschichte in Ausstellungen, im Fernsehen, im Internet und weiteren Medien zusammengebunden werden. Die Ergebnisse unserer Studien kommen ebenso der universitären Lehre zu Gute, weil sie zentrale Impulse für die Curricula des sich etablierenden Studienfachs setzen.

Text: Christine Gundermann

Foto mitte rechts: Steffi de Jong

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Historisches Institut
Prof. Dr. Christine Gundermann