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Forschungsprojekte der Philosophischen Fakultät 2018/2019

Villa A von Oplontis. Foto: Ph. Groß

Skulpturenausstattung und Architekturdekor der Villen von Oplontis

Projektleitung: Prof. Dr. Dietrich Boschung | Forschungsarchiv für antike Plastik

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

Die Villen von Oplontis, am Golf von Neapel beim heutigen Torre Annunziata gelegen, sind in Folge des Vesuvausbruchs 79 n.Chr. verschüttet worden. Seit ihrer Wiederentdeckung 1964 wurden sie systematisch ausgegraben und sind inzwischen durch eine Reihe von Vorberichten publiziert. Die aufwendig ausgeschmückte Anlage A ist als Villa der Kaiserin Poppaea (ca. 30–65 n.Chr.), der Gattin des Kaisers Nero, identifiziert worden. Die bisherige Forschung hat gezeigt, dass ein erster Bau aus der Zeit Caesars stammt, der später in mehreren Phasen erweitert worden ist. Bei der Verschüttung der Region befand sich die gesamte Anlage scheinbar in einer weiteren Umbauphase.
In dem von der DFG finanzierten Projekt erarbeitet das Forschungsarchiv für antike Plastik am Archäologischen Institut eine detaillierte Dokumentation der überaus qualitätsvollen Marmordekoration aus der Villa A. Dazu gehört etwa die spektakuläre Gruppe von vier Kentaur*innen. Ziel ist es, die Skulpturen und die Bauornamentik (ca. 170 Objekte) fotografisch umfassend zu dokumentieren und wissenschaftlich zu erschließen. Eine erste Fotokampagne hat im April 2018 stattgefunden. Auf dieser Grundlage werden die Skulpturen nun typologisch und chronologisch bestimmt. Dabei ist zu klären, zu welchen Ausstattungsphasen der Villa Statuen und Bauornamentik gehören und wie sie in den ausgedehnten Gärten und Säulenhallen angeordnet waren. Durch Analyse der Herstellungstechniken und durch die eingehende Untersuchung von Bearbeitungsspuren wird geklärt, wie viele Werkstätten beteiligt waren, ob ältere Skulpturen in die Gartenausstattung einbezogen wurden und wie sie für die Aufstellung in der Villa verändert wurden.
Eine zweite Fotokampagne und ein Workshop zur Präsentation und Diskussion der Zwischenergebnisse sind für April 2019 vorgesehen. Die Ergebnisse werden zusammen mit der umfassenden photographischen Dokumentation über die Objekt- und Bilddatenbank ARACHNE (www.arachne. uni-koeln.de) zugänglich gemacht. Im Anschluss an diese Arbeiten erfolgt die Publikation ausgewählter Objekte als gedruckter Katalog in der Reihe des Forschungsarchivs für antike Plastik (Monumenta Artis Romanae).
Das Projekt wird in Kooperation mit dem Parco Archeologico di Pompei durchgeführt.


Text: Caterina Parigi

Kontakt

Forschungsarchiv für antike Plastik
Prof. Dr. Dietrich Boschung

Weitere Mitarbeiter*innen: Dr. Caterina Parigi, Matthias Nieberle M.A.

E-Mail cparigi(at)uni-koeln.de


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