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Forschungsprojekte der Philosophischen Fakultät 2018/2019

Astrolabium. Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln, Meier, Wolfgang F., 2009, rba_d015453; HAStK, Best. 155U, U 2/56/1, 1637 Juli 2 Dresanus (Minten); Physikalische Messapparatur, Rückstoßrad: Foto:© Rheinisches Bildarchiv Köln, 1976/1980, rba_c000445

Forschung und Wissenstransfer digital

Das „Physikalische Kabinett“ aus der Sammlung der Jesuiten, die Gründung des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds und die Geschichte des Stiftens um 1800

Wiss. Leitung: Prof. Dr. Gudrun Gersmann | Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit

Gefördert durch den Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds (KGS)

Dieses neue Forschungsprojekt unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Gudrun Gersmann hat eine Laufzeit von vier Jahren (2018-2022) und ist Teilprojekt einer größeren Fördermaßnahme des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds (KGS) zur Erforschung und digitalen Erfassung der historischen Kulturbestände der Kölner Jesuiten im Kontext der Gründung des KGS um 1800. Das Gesamtprojekt wird von weiteren beteiligten Kölner Institutionen (Wallraf-Richartz-Museum sowie der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln) in jeweils unabhängigen Teilprojekten umgesetzt.
Das am Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit angesiedelte Teilprojekt hat zwei inhaltliche Schwerpunkte: Im Mittelpunkt steht zum einen das bisher nur unzureichend erforschte „Physikalische Kabinett“, dessen Erwerbungskontext, die enthaltenen Objekte und deren Verwendung. Das „Kabinett“ mit seinen naturwissenschaftlichen Instrumentarien war zentraler Bestandteil der Sammlung der Kölner Jesuiten, die nach der Auflösung des Ordens im Jahre 1773 aufgrund der Umgestaltung des Schulwesens in der französischen Zeit in den Besitz des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds überging. Diese zu Beginn des 18. Jahrhunderts begonnene und im Laufe der folgenden Jahrzehnte sukzessive erweiterte Lehrsammlung wurde an der Kölner Universität über viele Jahre hinweg für die Ausbildung der Studierenden der Naturwissenschaften benutzt. Über die Sammlungs- und Objektgeschichte hinaus leistet das Projekt deshalb auch einen Beitrag zur Erforschung der Kölner Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte.
Der zweite Schwerpunkt widmet sich dem bisher ebenfalls noch nicht erforschten Gründungsakt des KGS in der napoleonischen Zeit, der den Übergang von einer wohltätigen Interessensgemeinschaft einzelner beteiligter Persönlichkeiten hin zur Schaffung einer professionell verwalteten bürgerlichen Stiftungsorganisation dokumentiert. Diese Aufarbeitung wird flankiert von einem Dissertationsprojekt, das sich mit der Geschichte des Stiftungswesens und Stiftens in dieser zentralen Phase um 1800 beschäftigen wird.
Aus dem Forschungsprojekt werden verschiedene Publikationenhervorgehen, die im zeitlich passenden Kontext aufeinander folgender historischer Jubiläen erscheinen sollen:

  •  Eine digitale Publikation zum „Physikalischen Kabinett“ auf der von der Universität zu Köln geförderten Publikationsplattform www.mapublishing-lab.unikoeln.de im Jahr 2019, im Anschluss an die geplante Ausstellung der Zeichnungssammlung der Jesuiten im Wallraf-Richartz-Museum sowie im Kontext des bevorstehenden Universitätsjubiläums
  • Eine Druckpublikation zum Gründungsakt des KGS im Kontext des „Napoleon-Jahrs“ 2021 bzw. zum Gründungsjubiläum des KGS im Jahr 2022, gekoppelt an eine zweite digitale Publikation, die die zugrundeliegenden Forschungsmaterialien/-daten präsentiert.

Den Abschluss der wissenschaftlichen Veröffentlichungen bildet die Drucklegung der Dissertation nach Projektende. Bei den digitalen Publikationen werden junge forschungsstarke Historiker*innen zu Wort kommen, deren Sichtbarkeit durch digitales Publizieren bereits in einer frühen Qualifikationsstufe gefördert wird. Darüber hinaus erwerben die wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen Kompetenzen zur medialen Aufbereitung historischer Forschungsinhalte für eine breitere Öffentlichkeit. Das Projekt verbindet auf diese Weise Forschung mit digitalem Wissenstransfer und Nachwuchsförderung und kann damit als Beitrag aus den Geisteswissenschaften zu der aktuell in Entwicklung befindlichen „Third-Mission-Strategie“ der Universität zu Köln verstanden werden.

 

Text: Christine Schmitt

Kontakt

Lehrstuhl für die Geschichte der Frühen Neuzeit
Prod. Dr. Gudrun Gersmann

Weitere Mitarbeiter*innen: Elisabeth Schläwe, Henrike Stein

E-Mail fruehe-neuzeit(at)uni-koeln.de


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