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Forschungsprojekte der Philosophischen Fakultät 2018/2019

Covergrafik Website Projekt Averroes-Edition. Copyright: CGN Corporate

Averroes (Ibn Rušd) und die arabische, hebräische und lateinische Rezeption der aristotelischen Naturphilosophie

Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Speer, Jun.-Prof. Dr. David Wirmer | Thomas-Institut

Gefördert durch das Akademienprogramm / Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste

Die „Averroes Edition“ ist Teil des internationalen Großprojekts der „Averrois opera“. Dieses Projekt war 1931 von der Medieval Academy of America unter der Leitung von H. A. Wolfson begonnen worden. Unter dem Titel „Averroes und die arabische, hebräische und lateinische Rezeption der aristotelischen Naturphilosophie“ hat 2016 am Thomas-Institut ein neues dreisprachiges Editionsprojekt mit einer Laufzeit von 25 Jahren die Arbeit aufgenommen. Das Projekt wird im Rahmen des Akademienprogrammsüber die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste gefördert und steht unter der Schirmherrschaft der Union Académique Internationale (UAI). Das Editionsprogramm umfasst sämtliche bisher nicht kritisch edierte Kommentare und Abhandlungen des Averroes auf dem Feld der Naturphilosophie sowie drei naturphilosophische Kommentare Ibn Bāǧǧas (Avempace).
Vor allem die Aristoteleskommentare des Averroes bilden eine Summe der spätantiken und der folgenden arabischen Rezeption der griechischen Philosophie. Als solche haben sie vor allem in ihren lateinischen und hebräischen Übersetzungen über Jahrhunderte einen prägenden Einfluss auf die jeweiligen Wissensdiskurse ausgeübt. In jüngerer Zeit rückt, gestützt durch die Erforschung der dreisprachigen Überlieferung des Werkes, die Gesamtgestalt des Denkens des Averroes, einschließlich seiner juristischen, theologischen und medizinischen Ableger, immer stärker ins Bewusstsein.  Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei genannten Sprachtraditionen sowie insbesondere die vielfältigen Übersetzungs- und Rezeptionsprozesse finden in der Averroes Edition und im Digital Averroes Research Environment (http://dare.uni-koeln.de/) am Thomas-Institut Berücksichtigung.
Zudem wurde die digitale Infrastruktur für die Editionsarbeit ausgebaut, sodass den Editor*innen jetzt
ein komfortables Transkriptionswerkzeug zur Verfügung steht (siehe Abbildung), das gegenwärtig noch um eine Funktion zur Erstellung von Kollationen erweitert wird.


Text: Andreas Speer

Kontakt

Thomas-Institut
Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Speer, Jun.-Prof. Dr. David Wirmer

Weitere Mitarbeiter*innen: Dr. Farah Cherif-Zahar, Dr. Grégory Clesse, Dr. Oded Horezky, Dr. Corrado la Martire, Dr. Rafael Nájera, Dr. Tamas Visi, Christoph Bartmann (DARE)

E-Mail Andreas.Speer(at)uni-koeln.de


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