Wintersemester 2025/2026
Examensfeier
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Fakultätspreise für Abschlussarbeiten
Bachelorarbeiten
Maja Hiepen
Die Entwicklung der Voice Onset Time anglophoner Französischlernender im Auslandsstudium: Eine Longitudinalstudie auf Basis des LANGSNAP-Korpus
Betreuender Gutachter: Herr Prof. Dr. Aria Adli - Romanisches Seminar
Die Arbeit untersucht den Einfluss eines Auslandsaufenthalts auf die Entwicklung des Fremdsprachakzents. Im Mittelpunkt steht die Realisierung der stimmlosen Plosive p, t und k am Wortanfang. Anhand der Voice Onset Time wird präzise untersucht, wie englischsprachige Lernerinnen des Französischen ihre lautlichen Kategorien vor, während und nach einem längeren Auslandsaufenthalt anpassen.
Besonders hervorzuheben ist die wissenschaftliche Originalität der Arbeit. Die Verfasserin verbindet zwei zentrale Einflussfaktoren des Lauterwerbs in einem sorgfältig angelegten Längsschnittdesign und betrachtet dieselben Sprecherinnen über einen längeren Zeitraum hinweg. Methodisch überzeugt die Arbeit durch ihr Forschungsdesign: Die Verfasserin führt eigenständige, manuelle Messungen durch – ein Aufwand, der weit über das hinausgeht, was üblicherweise in einer Bachelorarbeit erwartet wird. Inhaltlich gelangt die Arbeit zu differenzierten und teilweise überraschenden Befunden, insbesondere zur Rolle des Erwerbsbeginns. Auch formal ist die Arbeit von höchster Qualität. Sie ist klar strukturiert, stilistisch präzise, hervorragend lesbar und folgt konsequent den fachlichen Konventionen der Linguistik.
Die Bachelorarbeit von Maja Hiepen leistet einen wichtigen Beitrag zur Zweit- und Fremdspracherwerbsforschung. Sie zeigt eindrucksvoll, wie empirische Sorgfalt, theoretische Tiefe und eigenständiges wissenschaftliches Denken bereits im Rahmen einer Bachelorarbeit zusammenkommen können.
Madita Teusen
“It’s Hard to Have a Dream”: Myanmar Youth’s Higher Education Aspirations in the Context of Protracted Displacement in Thailand
Betreuende Gutachterin: Frau Prof. Dr. Michaela Pelican - Institut für Ethnologie
Madita Teusen beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit dem Konflikt an der thailändisch-myanmarischen Grenze, dem weltweit wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, und nimmt dessen langfristige Auswirkungen auf junge Menschen und ihre Zukunftsaspirationen in den Blick.
Die Forschungsfrage der Arbeit „How does the experience of living in protracted displacement shape the ways in which Myanmar refugee youth navigate future aspirations for higher education?“ wird durch eine umfangreiche, reflektierte Feldforschung im Camp Mae La bearbeitet. Diese erfolgt während eines Praktikums im Jahr 2023 sowie zwei weiteren Aufenthalten im gleichen und folgenden Jahr und erstreckt sich somit über einen längeren Zeitraum.
Die Arbeit zeichnet die Lebensrealitäten der jungen Menschen mit ihren Ambitionen in ihrer Komplexität klar und informiert nach. Nicht nur der methodologische und forschungspraktische Teil überzeugt dabei, sondern ebenso die theoretische Schärfe und sprachliche Gestaltung. Es gelingt der Verfasserin aufbauend auf den Konzepten der Liminality und der Capacity to Aspire eigenständig eine theoretische Weiterentwicklung vorzunehmen, die sie unter dem Begriff „dynamic stuckness“ fasst.
All dies geht nicht nur weit über die Erfordernisse einer Bachelorarbeit hinaus, sondern zeigt die Fähigkeit von Madita Teusen, eine hervorragende Verbindung zwischen ihrem ethnographischen Material und der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Gegenstand herzustellen.
Masterarbeiten
Carl-Gereon Arntz
„Historisches Denken lernen mit Apps? Eine empirische Untersuchung zur geschichtsdidaktischen Qualität gängiger Lern-Apps“
Betreuender Gutachter: Herr Prof. Dr. Sebastian Barsch - Historisches Institut
In der Masterarbeit von Carl-Gereon Arntz geht es um eine qualitative Untersuchung von Lern-Apps zur Vermittlung von historischem Wissen. Arntz entwickelt hier eigenständig ein hochdifferenziertes Instrument zur Analyse unterschiedlicher Lern-Apps und ihres Nutzens für den Geschichtsunterricht, innerhalb derer er eine „politische“, eine „kognitive“ und eine „ästhetische“ Dimension unterscheidet.
Im Rahmen dieser innovativen und anwendungsbezogenen Auseinandersetzung definiert die Master-Arbeits Standards, die derartige Lern-Apps idealiter aufzuweisen hätten, und untersucht im Anschluss insgesamt sieben aus dem deutschsprachigen Raum ausgewählte Lern-Apps nach den von ihm entwickelten Kriterien.
Die Arbeit zeichnet sich durch eine rigorose Methodik aus, um zu untersuchen, inwiefern es Lern-Apps gelingt, jenseits der Vermittlung von historischem Faktenwissen auch kritisches historisches Denken zu fördern. Der Erstbetreuer der Arbeit hebt in seinem Erstgutachten hervor, dass die Arbeit von Herrn Arntz „sowohl für die Forschung als auch für die Pragmatik des schulischen Geschichtsunterrichts von besonderer Bedeutung“ sei und insgesamt eine Forschungsleistung auf einem „außerordentlich hohem Niveau“ darstellt.
Mattea Huerta Blanquez
Metatexualität in Auguste Villiers de l’Isle-Adams L’Ève future
Betreuender Gutachter: Herr Prof. Dr. Axel Rüth - Romanisches Seminar
Bei der von Mattea Huerta Blanquez vorgelegten literaturwissenschaftlichen Arbeit zur „Metatexualität in Auguste Villiers de l’Isle-Adams L’Ève future“ handelt es sich um eine bemerkenswert souveräne Analyse und geistesgeschichtliche Einordnung eines Romans, dem als einer der ersten modernen, französischsprachigen Werke der Science Fiction eine hohe literaturhistorische Bedeutung zukommt.
In präziser Sprache verfasst und gekennzeichnet durch einen sicheren und reflektierten Umgang mit Sekundärtexten, nähert sich die Arbeit dem gewählten Primärwerk zunächst über Reflektionen zum Topos des humanoiden Automaten. Dieser wird von der Verfasserin, wie der Roman insgesamt, als Manifestation einer nachhallenden metaphysischen Krise der Romantik in Zeiten von Industrialisierung und Technologisierung und einer damit zusammenhängenden Entwicklung hin zu einer ‚Maschinenästhetik‘ gelesen, die unter anderem auf eine (Neu)Konzeptionalisierung von Kunst als autonome Ausdrucks- und Denkform verweist.
Die mithilfe dieser gekonnten Kontextualisierung entwickelte, äußerst nuancierte Analyse des Romans zeigt vielfältige intertextuelle Bezüge auf, und die Arbeit besticht insgesamt durch ihren eleganten Stil, brillante Einzelanalysen sowie ein klar artikuliertes Gesamtargument. Auf diese Weise ist sie, wie das Erstgutachten hervorhebt, durch eine „außergewöhnliche interpretatorische Sensibilität und Kompetenz“ ausgezeichnet und stellt einen genuinen Beitrag zur literaturwissenschaftlichen Methodik“ dar.
Anna-Luisa Rausch
„Sich der Grenze verschreiben: Hexen als (performative) (Denk-) Figuren bei Elsa Bernstein und Valeska Gert“
Betreuender Gutachter: Herr Prof. Dr. Peter W. Marx - Institut für Medienkultur und Theater
Die von Anna-Luisa Rausch vorgelegte medienkulturwissenschaftliche Arbeit beschreibt die Theaterfigur der Hexe als eine epistemologische Denkfigur, durch deren „performative Ambivalenz“ hegemoniale Ordnungen sowie geschichtliche, geschlechtliche und erkenntnistheoretische Grenzziehungen in Frage gestellt werden.
Auf der Grundlage dieses eigenständig entwickelten theoretischen Ansatzes ist die Untersuchung dem Werk zweier wegen ihrer jüdischen Herkunft und als Frauen marginalisierter Künstlerinnen gewidmet – der Schauspielerin und Dramatikerin Elsa Bernstein, die 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde, und der Schauspielerin und die 1933 emigrierte Tänzerin Valeska Gert.
Sowohl bei Bernstein als auch bei Gert spielt die Figur der Hexe eine zentrale Rolle: einerseits in Gestalt der Märchenhexe in Bernsteins Drama „Königskinder“ (1895), andererseits Form des Kabaretts „Hexenküche“, das Gert 1949 in Berlin eröffnete, in dem sie selbst in Performances über ‚randständige‘ Frauenfiguren auftrat.
Wie das Erstgutachten von Professor Peter Marx hervorhebt, zeichnet sich die Arbeit durch eine „eindrückliche, theoretisch-methodische Versatilität“ aus und „erfüllt in exemplarischer Sicht die Idealvorstellung einer eigenständigen und innovativen Forschungsleistung“.
Examensfeier | Sommersemester 2026
Wir laden Sie, Ihre Familie, Freunde und Freundinnen
herzlich zur Examensfeier am Freitag, 24. Juli 2026 ein.
Beginn: 15 Uhr | Aula 1+2 | Hauptgebäude der Universität zu Köln | Albertus-Magnus-Platz | 50923 Köln
Festliche Kleidung ist erwünscht.
Anzahl der Gäste: max. 6
Anmeldung: Bitte bis spätestens zum 21. Juli 2026 an unter
claudia.doehring(at)uni-koeln(dot)de