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Beatrice-Primus-Forschungspreis

Mit ihrem neu eingerichteten Forschungspreis zeichnet die Philosophische Fakultät der Universität zu Köln herausragende Publikationen und Transferprojekte ihrer Mitglieder aus. Er ist benannt nach Beatrice Primus (1953–2019), die mehr als zwanzig Jahre lang als Professorin für Sprachwissenschaft am Institut für Deutsche Sprache und Literatur I lehrte und die linguistische Forschung weit über die Fachgrenzen hinaus prägte, aber auch dem Wissenstransfer entscheidende Impulse gab.

Der Beatrice-Primus-Forschungspreis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird jährlich im Sommer­semester vergeben, in geraden Jahren für eine wissenschaftliche Mono­graphie, in ungeraden Jahren für Projekte beliebigen Formats und Um­fangs, die den Wissenstransfer über die Fachgrenzen hinaus befördern. 


Beatrice-Primus-Preis 2026 | Prof.'in Dr. Kate Rigby

Prof.'in Kate Rigby hat eine am Global South Studies Center (GSSC) angesiedelte Humboldt-Professur für Environmental Humanities inne und ist Direktorin der Multidisciplinary Environmental Studies in the Humanities (MESH) an der Universität zu Köln.

In ihrer Monografie "Meditations on Creation in an Era of Extinction" (Orbis Books) reflektiert sie anknüpfend an eine theologische Tradition über die Schöpfung und widmet sich dabei insbesondere aktuellen Fragen und Problemstellungen. So nimmt sie die ökologischen Krisen der Gegenwart ebenso in den Blick wie die politischen und sozialen Ungerechtigkeiten, mit denen sie verflochten sind. In diesem Zusammenhang kritisiert sie beispielsweise den Begriff des Anthropozäns, weil er „die Menschheit“ als homogene Verursacherin erscheinen lasse, obwohl Verantwortung und Verletzlichkeit ungleich verteilt seien. Zudem wird der Blick über den Menschen hinaus erweitert: Rigby interessiert sich nicht nur für die Umwelt als Bedingung menschlichen Lebens, sondern für den Eigenwert und die Verletzlichkeit mehr-als menschlicher Lebewesen und Lebensräume.

Die Monografie orientiert sich an der Gattung des Hexameron, also Meditationen zu den sechs Schöpfungstagen, und aktualisiert diese Format fur unsere Zeit. Jedes Kapitel nimmt einen der sechs Schöpfungstage als Ausgangspunkt, greift auf die lange Auslegungstradition zurück (z. B. auf Basilius von Caesarea und Ambrosius von Mailand) und bringt diese in einen Dialog mit persönlichen Erfahrungen, aktueller Naturwissenschaft (Astronomie, Evolutionsbiologie, Ökologie, Klimaforschung), indigenen ökologischen Konzeptionen, Fragen der Umweltgerechtigkeit sowie Fallstudien zu glaubensbasierten Umweltinitiativen weltweit.