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How to Become an Ally

Wie kann ich Verbündete*r für Menschen mit Behinderung, chronischer, psychischer Erkrankung & Neurodivergenz werden?

Ein Ally (aus dem Englischen für „Verbündete*r) verstehen wir als eine verbündete Person, die sich für die Selbstbestimmung und Gleichberechtigung von – in diesem Fall – Menschen mit Behinderung, chronischer, psychischer Erkrankung & Neurodivergenz einsetzt.

Wir vom inklusiven PeerSupport der Philosophischen Fakultät haben diese Seite geschaffen, um Tipps, Hinweise und Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen und Erkrankungen zu sammeln. Hierfür haben wir die Unterstützungshinweise in einzelne Kategorien sortiert, die unterschiedliche Behinderungen, chronische/psychische Erkrankungen und Neurodivergenzen adressieren und diese wiederum in „Informationen für alle" und „Informationen für die Lehre" aufgeteilt. Bei der folgenden Kategorisierung und statistischen Einordnung der Behinderungen und Erkrankungen haben wir uns an der “Studierendenbefragung in Deutschland: best3” orientiert. 

Informationen für alle

Allgemeine Informationen

In Deutschland haben 15,9% der Studierenden eine studienerschwerende Beeinträchtigung (DZHW 2023)

Wie kann ich als Ally unterstützen?

  • Biete Unterstützung passiv an: "Wenn Du Unterstützung brauchst, sag mir gerne Bescheid."
  • Zeige dich offen für Hinweise und Kritik im Bezug auf Handlung oder Sprache: „Jede Situation und jeder Mensch sind individuell! "Sage mir gerne, wenn ich etwas anders machen oder ausdrücken soll.”
  • Sei aufmerksam für exklusive oder diskriminierende Situationen; Schaue dich umsichtig/solidarisch um.
Bewegungsbehinderung

Ca. 2,5 % der Studierenden mit studienerschwerender Beeinträchtigung haben eine Bewegungsbehinderung.

Wie kann ich Menschen mit Gehbehinderung unterstützen?

  • Frage nach, ob die Person Hilfe benötigt, bevor du handelst.
  • Halte Rollstuhlrampen frei.
  • Achte auf Zugänglichkeit bei der Platzierung von z.B. Plakaten in Kopfhöhe, Objekte in reichweite.
  • Unterstütze, indem du Sitzplätze freigibst und Türen aufhälst.

Wie kann ich Menschen mit Amputation, Dysmelie oder Funktionseinschränkungen der Gliedmaßen helfen?

  • Biete deine Hilfe für motorisch aufwendige Handlungen (z.B. öffnen von Türen, Wasserhähnen), Planen von Auszeiten oder alltägliche Tätigkeiten (z.B. Arztbesuche) an.
  • Zeige externe Unterstützungsmöglichkeiten wie BMAB) auf.
  • Ermutige die Person, Termine zur Physiotherapie und Rehabilitation regelmäßig wahrzunehmen, auch wenn nur kleine oder keine Veränderungen wahrnehmbar sind.
Chronische Erkrankung

Ca. 13,2 % der Studierenden mit studienerschwerender Beeinträchtigung haben eine Chronische Erkrankung.

Wie kann ich Menschen mit Atemwegserkrankungen unterstützen?

• Biete Pausen oder Hilfe beim Tragen von Gegenständen und körperlich anstrengenden Tätigkeiten an.

Was muss ich im Notfall tun?

  • Wähle Bei akuter Luftnot ohne Besserung sofort denNOTRUF 112!
  • Asthmaanfälle können durch Reize (Zigarettenrauch, langes Lachen, starke Gerüche, körperliche Belastung, Stress, Allergien) ausgelöst werden. Wenn möglich, verlasse die reizende Situation und begleite die Person weiter.
  • Im Falle eines Anfalls ruhig bleiben, dafür sorgen, dass Notfallmedikamente inhaliert werden und atemerleichternde Positionen (Kutschersitz, Lippenbremse) eingenommen werden. Wenn keine signifikante Besserung Eintritt, verabreiche erneut Medikamente.

Wie kann ich Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterstützen?

  • Motiviere zum gemeinsamen gesunden Kochen oder zum Spazieren gehen.
  • Hilfe beim Stressmanagement, da Stress das Herz-Kreislauf-System belastet.
  • Unterstütze bei Aztbesuchen oder Rehaterminen

Wie kann ich Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 unterstützen?

  • Gib betroffenen Menschen Zeit und Raum für regelmäßig notwendige Zuckerwertmessungen oder Insulinspritzungen.
  • Schaffe vor allem in Stresssituationen Zeit für Blutzuckerregulation und Messungen, da Stress zu starken Schwankungen im Blutzuckerspiegel führen kann.
  • Hab für Freund:innen immer etwas kleines zu Essen (Traubenzucker o. Ä.) dabei.

Wie kann ich von Krampfanfällen betroffene Menschen unterstützen?

  • Erkennungsmerkmale für den neurologisch bedingten Krampfanfall sind plötzliches Hinfallen, Zuckende Bewegungen/Verkrampfungen, Bewusstlosigkeit
  • Wähle im Fall eines Krampfanfalls den Notruf 112
  • Halte nicht die Arme und Beine der Person fest, schiebe nichts zwischen die Zähne und entferne umliegende Gegenstände.
  • Nach dem Krampf: Wende die stabile Seitenlage an und kontrolliere die Atmung. 

Wie kann ich Menschen mit Multiple Sklerose (MS) unterstützen?

  • Biete Hilfe im Alltag und bei Arztbesuchen an.
  • Zeige Verständnis für kurzfristig abgesagte Pläne, MS Symptome sind Tagesabhängig und umfassen z.B. Müdigkeit, krampfartige Lähmung und Seh- und Empfindungsstörungen.
  • Schaffe Raum für Pausen, sei flexibel für Anpassungen und achte auf Barrierefreiheit bei gemeinsamen Aktivitäten.
Diskriminierungssensible Sprache für Menschen mit Behinderung, psychisch/chronischer Erkrankung und Neurodivergenz

Quelle für diesen Absatz:  Amnesty International: Leitfaden inklusive Sprache.

Warum ist diskriminierungssensible Sprache wichtig? Sprachwissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Sprache Denken, Wahrnehmung und Handlungen, sowohl gesellschaftlich als auch individuell formt. Diskriminierungssensible Sprache nutzt diesen Ansatz, um Diskriminierungsstrukturen aufzudecken und den Status Quo zu hinterfragen.

Benennung von Menschen mit Behinderungen/Erkrankungen

  • Selbstbezeichnung vor Fremdbenennung: Redet immer mit den Menschen selbst, wie sie gerne genannt werden wollen.

Es gibt Tendenzen:

  • Viele Menschen möchten nicht auf ihre Behinderung reduziert werden. (Ein neutrales Beispiel: “Die Pinkhaarige, die Schlaue etc.”).

  • Manche Menschen werden lieber mit nachgestellter Bezeichnung (“Mensch mit Behinderung”, “Mensch mit Erkrankung”) als mit vorangestellten Bezeichnungen (“Behinderter Mensch”) angesprochen

  • Einige Menschen bevorzugen den Begriff Behinderung vor Beeinträchtigung, Handicap, Einschränkung oder Schädigung.

  • Behinderung als weniger personen- als gesellschaftsbezogen adressieren: Eine Person mit Behinderung ist eine Person, die behindert wird (verdeutlicht, dass die Behinderung v. a. gesellschaftlich erfolgt).

Sprachliche Darstellung

Wichtig ist auch, darauf zu achten, wie Menschen mit Behinderungen dargestellt werden. Insbesondere sollten Formulierungen vermieden werden, die sie als “schwach”, gar “defizitär”, leidend oder bemitleidenswert beschreiben.

Beschreibungen, in denen jemand „Opfer“ von etwas ist oder „tapfer sein Schicksal erträgt“ vermeiden oder den Blick nicht nur auf das, was „anders“ an einer Person ist, oder was sie alles nicht kann richten.

Beispiele:

Vermeiden: “Person leidet an… xy” – besser: “Person hat die Behinderung XY / lebt mit der Krankheit XY”

Vermeiden: ”normal vs. unnormal” – besser: “nicht-behindert vs. behindert”

Vermeiden: “Trotz seiner*ihrer Behinderung” – besser: “Mit seiner*ihrer Behinderung”

Vermeiden: “An den Rollstuhl gefesselt / gebunden” – besser: “Rollstuhlfahrer*in, Person, die einen Rollstuhl benutzt”

Vermeiden: Menschen mit Neurodiversität als “geistig behindert” bezeichnen, besser: “neurodivers, neuroatypisch”.

Behinderung/Erkrankung als Metaphern vermeiden

Behinderungen und Erkrankungen werden oft von ihrer ursprünglichen Bedeutung eines Krankheitsbildes getrennt und als Metapher mit einer negativen Konnotation, auch bezogen auf die Kognition, versehen.

Beispiele:

  • “Blind vor Liebe, blind vor der Wahrheit, blind vertrauen” als Metapher für Ignoranz und Naivität

  • “Blind vor Hass, blind vor Wut als Metapher” für den Verlust von Urteilskraft

  • “Blind in die Gefahr laufen, blindlings folgen” als Metapher für Orientierungslosigkeit

  • “Blinder Fleck” als fehlende Erkenntnis: Besser “toter Winkel”.

  • Taub für Argumente sein bzw. “auf einem Ohr taub”, “auf taube Ohren stoßen”

Hörbehinderung & Taubheit

Ca. 1,1 % der Studierenden mit studienerschwerender Beeinträchtigung haben eine Hörbehinderung.

Wie kann ich Menschen mit Hörbehinderung unterstützen?

  • Verwende Untertitel, um auditive Inhalte zugänglich zu machen.
  • Notiere wichtige Informationen und Termine; kommuniziere sie nicht nur verbal.
  • Achte beim Sprechen auf eine deutliche Aussprache,, auf eine normale Lautstärke, darauf dass in einer Gruppe nacheinander gesprochen wird und schaue die Person an, damit ggf. Lippen gut gelesen werden können.  
  • Bei langen Gesprächen, frage nach ob eine Hörpause gewünscht ist.
  • Versuche Nebengeräusche zu reduzieren: z.B. bei Menschen mit Hörgeräten können Musik oder im Hintergrund laufende Medien die Kommunikation erschweren.
  • Wenn Dolmetscher*innen für gehörlose Menschen anwesend sind, achte besonders auf die zeitliche Abfolge und spreche weiterhin direkt mit der Person mit Hörbehinderung.
  • Hinweis: wenn „taub“ mit großem T geschrieben wird, ist damit die Zugehörigkeit zur Deafkcommunity gemeint.
Lebensmittelunverträglichkeiten und -allergien

Je nach Definition und Diagnose liegt die Anzahl der Menschen mit Lebensmittelunversträglichkeiten bei 4 bis 10 %(Quelle: BFR o.J.; Statista 2021).

Zöliakie:

  • Wenn ihr zusammen essen geht, darauf achten, dass es glutenfreie Optionen gibt
  • Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, wichtig ist diese ernst zu nehmen und nicht als “Trend” abzutun
  • Wenn ihr für oder mit Freund:innen kocht: Vermeidet Kontamination mit Gluten, nutzt frische Schwämme und heißes Wasser um alle Rückstände zu entfernen
Mehrfachbehinderung

Ca. 7,2 % der Studierenden mit studienerschwerender Behinderung haben eine Mehrfachbehinderung.

  • Biete Hilfe an, ohne diese aufzudrängen und spreche Hilfeleistungen mit der betroffenen Person ab; ermögliche ihr selbstbestimmte Entscheidungen. 

     

Neurodivergenz

Ca. 5,1 % der Studierenden mit studienerschwerender Beeinträchtigung haben eine Neurodivergenz (fällt in der Studie unter „Weitere Beeinträchtigungen").

Wie kann man Menschen mit Autismus unterstützen?

  • Verwende eindeutige, klare Sprache, reduziere doppeldeutige Botschaften und markiere ironische Äußerungen klar.
  • Versuche Hintergrundgeräusche zu minimieren.
  • Biete alternative Kommunikationsformen wie virtuelle Meetings oder schriftliche Kommunikation an und bestehe nicht auf Konventionen wie z.B. Blickkontakt.
  • Akzeptiere Routinen und versuche bei Kollisionen mit der eigenen Vorstellung, gemeinsam Lösungen zu suchen.
  • Biete der betroffenen Person an, sie mit durch unvorhersehbare Situationen zu nehmen und versuche sie so früh wie möglich anzukündigen.

Wie kann ich eine Person mit Reizüberflutung (bei ADHS oder Autismus) unterstützen?:

  • Minimiere Reize soweit es geht (z.B. Noise-Cancelling-Kopfhörer/Gehörschutz, Gesprächspause, gedimmtes Licht/kein Licht),.
  • Halte Fremde Menschen auf Abstand und fasse die Person nicht ungefragt an.
  • Biete Räume als Rückzugsort und falls vorhanden, Stimming Toys zur Reizumleitung an.
  • Zeige Verständnis für Schwierigkeiten mit dem Zeitverständnis und versuche gemeinsam nach Lösungen zu suchen.. 
Psychische Erkrankung

Ca. 65,2 % der Studierenden mit studienerschwerender Beeinträchtigung haben eine psychische Erkrankung.

Wie kann ich eine Person mit unipolarer Depression unterstützen? 

  • Unterstütze die Person auf dem Weg zu professioneller Hilfe (z.B. über das Portal emPower der Uni Köln).
  • Biete an, im Haushalt oder bei anderen alltäglichen Aufgaben zu unterstützen, motiviere zu gemeinsamen Unternehmungen und zeige Verständnis für spontan abgesagte Verabredungen.
  • Spreche der Person Mut zu („Du bist mir wichtig.“ „Ich bin für dich da.“ „Du bist nicht allein.“ „Wir schaffen das zusammen.“ „Nicht schlimm, wenn heute nichts geht.“ „Das ist nicht deine Schuld.“ „Du bist stark.“ „Du bist okay, so wie du bist.“)
  • Verschiebe wichtige Entscheidungen auf die Zeit nach der Erkrankung oder dem Schub.
  • Bei Verdacht auf Suizidpläne oder suizidale Vorhaben NOTRUF 112 wählen (hier ist von akuter Lebensgefahr auszugehen!).
  • Berücksichtige und kommuniziere eigene Grenzen, ggf. sich selbst Hilfe suchen oder eine gesunde Distanz wahren, wenn die depressive Person eine zu große Belastung wird. 

Wie kann ich eine Person mit bipolarer Störung unterstützen? 

  • Kommuniziere mit betroffenen Menschen auf Augenhöhe, verwende Ich-Botschaften und sucht gemeinsam Lösungen.
  • In manischen (selbstüberschätzenden, rauschhaften) Phasen: Menschen nicht zurechtweisen, versuche ehrlich, offen und konsequent zu kommunizieren und eine ruhige, freundliche Gesprächssituation mit rotem Faden zu schaffen.
  • Achte auf die eigenen Ressourcen und Belastbarkeit und nehme ggf. eine gesunde Distanz ein. und nehme achten
  • Beachte in depressiven Phasen: die Hinweise zur unipolaren Depression.

Wie kann ich eine Person mit Angststörung unterstützen?

  • Motiviere Zur Therapie.
  • Ermutige Die Person angstbehaftete Situation nicht konsequent zu meiden.
  • Schaffe reizarme Ruheräume und baue Entspannungspausen aktiv ein.
  • Panikattacken können sich für die Betroffenen wie eine Nahtoderfahrung anfühlen:
    • Sprich Ruhig mit der Person und sage ihr, dass die Situation gleich vorbei ist und man für sie da ist.
    • Verlasst gemeinsam die Situation, wenn möglich.
    • Bei einer Hyperventilation: gib der Person eine Plastiktüte zum Hineinatmen.

Wie kann ich eine Person mit Suchterkrankung unterstützen?

  • Bei der Kommunikation darauf achten, offen über die Sucht zu sprechen, in Ich_Botschaften eigene Gefühle und Sorgen zu kommunizieren und betroffenen Personen keine Schuld für ihre Erkrankung zusprechen.
  • Biete Unterstützung an (z.N. Begleitung zu Terminen) und vermittle Informationen über Beratungsstellen.
  • Halte konsequent eigene Grenzen und Abmachungen ein.
  • Versuche im Fall von Alkoholismus auf die Umgebung bei Plänen zu achten.  

Wie kann ich Menschen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) unterstützen?

  • Höre der Person zu, wenn sie ihre Geschichte teilen möchte und erfrage körperliche Berührungen.
  • Versuche darauf zu achten, welche Situationen Flashbacks der PTBS auslösen können.
  • Bei Intrusionen und Flashbacks / Retraumatisierung:
    • Sage wiederholt und ruhig den Namen der betroffenen Person, versuche klarzumachen, dass die Situation nicht Jetzt passiert.
    • Vermeide Sätze wie „alles ist gut“, Sage stattdessen z.B. “du bist nicht alleine”, “ich bin da"
    • Halte fremde Personen auf Distanz und versuche einen reizarmen Ort aufzusuchen.

       

       

       

Sehbehinderung & Blindheit

Ca. 1,9 % der Studierenden mit studienerschwerender Beeinträchtigung haben eine Sehbehinderung.

Wie kann ich Texte und Bilder für Menschen mit Sehbehinderung zugänglich machen?

  • Für eine barrierefreie Textgestaltung achte auf die Schrift (min. 12 Punkt, kontrastreich, serifenlos) und die Durchsuchbarkeit/Erkennbarkeit des Texts für Nutzer*innen von Text-to-Speech-softwares (Achtung Scans und Fotos sind zunächst nicht barrierefrei)
  • Bilder, Grafiken und Tabellen können mit hohen Kontrasten und v.a. mit Bildbeschreibungen oder Alternativtexten zugänglich gemacht werden
  • Videomaterial kann mit (Live-)Audiodeskription zugänglich gemacht werden

Wie kann meine Kommunikation zugänglich sein?

  • Verbalisiere non-verbale Handlungen (z.B. Nicken oder beim Tür aufhalten)
  • Nenne den Namen der Person, wenn du sie ansprichst oder sie im Unterricht drannehmen möchtest

Wie kan ich bei der Orientierung unterstützen?

  • Frage nach, ob eine blinde Person Hilfe benötigt, wenn sie z.B. unsicher wirkt, sich unvorhersehbare Hindernisse im Weg befinden, Ampeln kein akkustisches Signal abgeben oder die Ansage an der Bahnhaltestelle nicht funktioniert.
  • Halte Blindenleitsysteme frei
  • Für mansche Menschen mit Sehbehinderung kann helles Licht eine Unterstützung bei der Orientierung in Gebäuden sein
  • Achte darauf, dass Blindenführhunde mit Geschirr gerade am arbeiten sind und nicht abgelenkt, gestreichelt oder gefüttert werden dürfen.

     

Teilleistungsstörung

Ca. 3,7 % der Studierenden mit studienerschwerender Beeinträchtigung haben eine Teilleistungsstörung.

Wie kann ich Personen mit Legasthenie/Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) unterstützen?

  • Nimm Rücksicht auf die individuelle Lesegeschwindigkeit und übe keinen Druck aus, etwas in einer bestimmten Geschwindigkeit Lesen/vorlesen zu müssen.
  • Vermeide kleine Schriftarten und in der Schrift verkomplizierte Sätze.
  • Mache dich nicht über Rechtschreibfehler lustig.
  • Biete an,, Bewerbungen oder ähnliches Korrektur zu lesen.
  • Biete eine frontale Sitzposition bei Präsentationen oder Seminaren an.

Wie kann ich Personen mit einer Dyskalkulie (Rechenschwäche) unterstützen?

  • Mache keinen Druck, auch bei kleineren Berechnungen.
  • Vermeide Äußerungen zur gefühlten Komplexität von Rechenaufgaben.
  • Biete Hilfsmittel (z.B. . Handy, Taschenrechner) an.

Informationen für die Lehre

Allgemeine Informationen für die Lehre

Warum eine inklusive Lehre?

·      15,9 % der Studierenden haben eine das Studium erschwerende Beeinträchtigung (Deutsches Zentrum für Hochschulwissenschaften 2023).

·      Die rechtlichen Grundlagen zur Sicherung von Chancengleichheit sind im Grundgesetz (Artikel 3, Abs. 1 und 3), im Behindertengleichstellungsgesetz (§ 1), in der UN-Behindertenrechtskonvention, im SGB IX (§ 75) sowie im Hochschulrahmengesetz (§ 2, Abs. 4) verankert. 

Was können Sie für eine inklusive Lehre tun?

·      Formulieren Sie auf Klips 2.0 oder in einer eventuellen Begrüßungsmail Ihre Bereitschaft, die eigene Lehre nach dem Leitbild der Inklusion anzupassen. Studierende sollten mit den jeweiligen Bedarfen auf sie zukommen können. 

·      So können Räume (z. B. mit Rollstuhlzugang oder Induktionsschleife) und Materialien rechtzeitig angepasst werden.

·      Bieten Sie Flexibilität für Leistungsnachweise an, z. B. nach dem Prinzip des „universal design" an. So kann zwischen schriftlicher und mündlicher Leistungserbringung gewählt werden und es können flexible Einreichungsoptionen für z. B. Studierende mit chronischer/psychischer Erkrankung eröffnet werden.

·      Besprechen Sie Nachteilsausgleiche früh mit den Studierenden, um Anpassungen rechtzeitig planen und koordinieren zu können.

·      In Nachteilsausgleichen werden hauptsächlich Maßnahmen rund um Prüfungen, wie Zeitverlängerung, Hilfsmittelnutzung sowie Raum- und Prüfungsformänderungen durch das Prüfungsamt rechtlich gesichert.

·      Unterstützung für die Umsetzung finden Sie beim Servicezentrum Inklusion.
 

Bewegungsbehinderung

Was können Sie schon vor Beginn des Semesters für eine inklusive Lehre tun?

·      Formulieren Sie auf Klips 2.0 oder in einer eventuellen Begrüßungsmail Ihre Bereitschaft, die eigene Lehre nach dem Leitbild der Inklusion anzupassen. Studierende sollten mit den jeweiligen Bedarfen auf sie zukommen können. 

·      So können Räume z. B. mit Rollstuhlzugang rechtzeitig angepasst werden.

Aktive Teilnahme

·      Bieten Sie Flexibilität für Leistungsnachweise an, z. B. nach dem Prinzip des „universal design" an. So kann zwischen schriftlicher und mündlicher Leistungserbringung gewählt werden und es können flexible Einreichungsoptionen für z. B. Studierende mit chronischer/psychischer Erkrankung eröffnet werden.

Prüfungen

·      Besprechen Sie Nachteilsausgleiche früh mit den Studierenden, um Anpassungen rechtzeitig planen und koordinieren zu können.

·      In Nachteilsausgleichen werden hauptsächlich Maßnahmen rund um Prüfungen, wie Zeitverlängerung, Hilfsmittelnutzung sowie Raum- und Prüfungsformänderungen durch das Prüfungsamt rechtlich gesichert.

·      Unterstützung für die Umsetzung finden Sie beim Servicezentrum Inklusion.

Chronische Erkrankungen

Was können Sie schon vor Beginn des Semesters für eine inklusive Lehre tun?

·      Formulieren Sie auf Klips 2.0 oder in einer eventuellen Begrüßungsmail Ihre Bereitschaft, die eigene Lehre nach dem Leitbild der Inklusion anzupassen. Studierende sollten mit den jeweiligen Bedarfen auf sie zukommen können. 

·      So können Räume (z. B. mit Rollstuhlzugang oder Induktionsschleife) und Materialien rechtzeitig angepasst werden.

·      Stellen Sie Lehrmaterialien zur Vor- und Nachbereitung zur Verfügung für Studierende, die krankheitsbedingt fehlen müssen. 

·      Lockern Sie implizite und explizite Anwesenheitspflichten.

Aktive Teilnahme

·      Bieten Sie Flexibilität für Leistungsnachweise an, z. B. nach dem Prinzip des „universal design" an. So kann zwischen schriftlicher und mündlicher Leistungserbringung gewählt werden und es können flexible Einreichungsoptionen gewählt werden.

·      Begegnen Sie krankheitsbedingte Ausfälle mit Nachsicht und bieten sie Alternativen für Leistungen an, wie gestaffelte Teilabgaben eines Projekts. 

Prüfungen

·      Besprechen Sie Nachteilsausgleiche früh mit den Studierenden, um Anpassungen rechtzeitig planen und koordinieren zu können.

·      In Nachteilsausgleichen werden hauptsächlich Maßnahmen rund um Prüfungen, wie Zeitverlängerung, Hilfsmittelnutzung sowie Raum- und Prüfungsformänderungen durch das Prüfungsamt rechtlich gesichert.

·      Unterstützung für die Umsetzung finden Sie beim Servicezentrum Inklusion.

Hörbehinderung & Taubheit

Was können Sie schon vor Beginn des Semesters für eine inklusive Lehre tun?

·      Formulieren Sie auf Klips 2.0 oder in einer eventuellen Begrüßungsmail Ihre Bereitschaft, die eigene Lehre nach dem Leitbild der Inklusion anzupassen. Studierende sollten mit den jeweiligen Bedarfen auf sie zukommen können. 

·      So können Räume z. B. mit Induktionsschleife und Materialien rechtzeitig angepasst werden.

Barrierefreie Materialien und ihr Zugang

·      Untertiteln sie auditive Inhalte.

In der Sitzung barrierefrei kommunizieren

·      Geben sie wichtige Informationen immer auf zwei Wegen (schriftlich und mündlich).

·      Sprechen Sie zu den Studierenden gewandt und zeigen Sie auf die Studierenden bei Wortmeldungen und Gruppeneinteilungen.

·      Versuchen Sie Nebengeräusche zu reduzieren und Gruppengrößen klein zu halten.

·      Stellen Sie Materialien zur leichteren Vor- bzw. Nachbereitung im Voraus zur Verfügung. 

Aktive Teilnahme

·      Bieten Sie Flexibilität für Leistungsnachweise an, z. B. nach dem Prinzip des „universal design" an. So kann zwischen schriftlicher und mündlicher Leistungserbringung gewählt werden und es können flexible Einreichungsoptionen für z. B. Studierende mit chronischer/psychischer Erkrankung eröffnet werden.

Prüfungen

·      Besprechen Sie Nachteilsausgleiche früh mit den Studierenden, um Anpassungen rechtzeitig planen und koordinieren zu können.

·      In Nachteilsausgleichen werden hauptsächlich Maßnahmen rund um Prüfungen, wie Zeitverlängerung, Hilfsmittelnutzung sowie Raum- und Prüfungsformänderungen durch das Prüfungsamt rechtlich gesichert.

·      Unterstützung für die Umsetzung finden Sie beim Servicezentrum Inklusion.

Neurodivergenz

Was können Sie schon vor Beginn des Semesters für eine inklusive Lehre tun?

·      Formulieren Sie auf Klips 2.0 oder in einer eventuellen Begrüßungsmail Ihre Bereitschaft, die eigene Lehre nach dem Leitbild der Inklusion anzupassen. Studierende sollten mit den jeweiligen Bedarfen auf sie zukommen können. 

·      So können Materialien rechtzeitig angepasst werden.

Barrierefreie Materialien und ihr Zugang

·      Digital durchsuchbare PDFs und Dokumente, die mit den gängigen Officeprogrammen erstellt werden, sind mit Text-to-Speech-Programmen erfassbar und somit für ADHS barrierefrei. Scans ohne Texterfassung stellen eine Barriere dar.

Prüfungen

·      Besprechen Sie Nachteilsausgleiche früh mit den Studierenden, um Anpassungen rechtzeitig planen und koordinieren zu können. Beispielsweise können Fangfragen oder sehr ähnlich formulierte Fragen in Multiple-Choice-Tests schwer differenziert werden. 

·      In Nachteilsausgleichen werden hauptsächlich Maßnahmen rund um Prüfungen, wie Zeitverlängerung, Hilfsmittelnutzung sowie Raum- und Prüfungsformänderungen durch das Prüfungsamt rechtlich gesichert.

·      Unterstützung für die Umsetzung finden Sie beim Servicezentrum Inklusion.

Psychische Erkrankungen

Was können Sie schon vor Beginn des Semesters für eine inklusive Lehre tun?

·      Formulieren Sie auf Klips 2.0 oder in einer eventuellen Begrüßungsmail Ihre Bereitschaft, die eigene Lehre nach dem Leitbild der Inklusion anzupassen. Studierende sollten mit den jeweiligen Bedarfen auf sie zukommen können. 

Stellen Sie alle Lehrmaterialien auch digital zur Verfügung und lockern sie implizite oder explizite Anwesenheitspflichten.

Aktive Teilnahme

·      Bieten Sie Flexibilität für Leistungsnachweise an, z. B. nach dem Prinzip des „universal design" an. So kann zwischen schriftlicher und mündlicher Leistungserbringung gewählt werden und es können flexible Einreichungsoptionen gewählt werden. Statt einer großen Abgabe am Ende des Semesters bieten sie z.B. Teilleistungen über das Semester (schriftliche Tests oder Projektarbeiten) an. Evtl. Abgaben in Teilschritten bearbeitbar machen: Den Studierenden vor Erarbeiten des nächsten Teilschritts ein Verschieben auf einen späteren Zeitpunkt ermöglichen.

Prüfungen

·      Besprechen Sie Nachteilsausgleiche früh mit den Studierenden, um Anpassungen rechtzeitig planen und koordinieren zu können.

·      In Nachteilsausgleichen werden hauptsächlich Maßnahmen rund um Prüfungen, wie Zeitverlängerung, Hilfsmittelnutzung sowie Raum- und Prüfungsformänderungen durch das Prüfungsamt rechtlich gesichert.

·      Unterstützung für die Umsetzung finden Sie beim Servicezentrum Inklusion.

Hinweis:
Nachteilsausgleiche wegen Depressionen werden häufig abgelehnt, bieten sie daher auch ohne Nachteilsausgleich Unterstützung an. Des Weiteren sind vor allem in Lehramtsstudiengängen Diagnosen aufgrund der Gefährdung der Verbeamtung durch die Therapie seltener als das tatsächliche Auftreten von Depressionen.

Sehbehinderung & Blindheit

Was können Sie schon vor Beginn des Semesters für eine inklusive Lehre tun?

·      Formulieren Sie auf Klips 2.0 oder in einer eventuellen Begrüßungsmail Ihre Bereitschaft, die eigene Lehre nach dem Leitbild der Inklusion anzupassen. Studierende sollten mit den jeweiligen Bedarfen auf sie zukommen können. 

·      So können Materialien rechtzeitig angepasst werden.

Barrierefreie Materialien und ihr Zugang

·      Digital durchsuchbare PDFs und Dokumente, die mit den gängigen Officeprogrammen erstellt werden, sind mit Text-to-Speech-Programmen erfassbar und somit für Menschen mit Sehbehinderung barrierefrei. Scans ohne Texterfassung stellen eine Barriere dar.

·      Stellen Sie Präsentationsfolien und Sitzungsmaterialien bereits vor der Sitzung in den ILIAS-Ordner oder senden Sie sie betroffenen Studierenden zu, um Studierenden mit verschiedenen Lesetechniken (Screenreader z. B. bei Menschen mit Sehbehinderung) Zeit für eine technische Vorbereitung zu ermöglichen.

·      Tabellen sind grafische Darstellungsmittel, die für Menschen mit Sehbehinderung oft schwierig bis nicht zu erschließen sind. Reduzieren sie die Nutzung von Tabellen oder fassen Sie sie in einem Fließtext zusammen.

·      Nutzen Sie in Texten serifenlose Schriftarten wie Arial, mindestens Schriftgröße 12 und einen Zeilenabstand von 1,5. 

·      Nutzen Sie in Präsentationen mindestens Schriftgröße 16.

·      Hinterlegen Sie visuelle Materialien in Dokumenten oder Präsentationen mit einer Bildbeschreibung, einem Alternativtext oder beschreiben sie Bildmaterial mündlich. 

In der Sitzung barrierefrei kommunizieren

·      Studierende sofern möglich mit Namen ansprechen. Bitte berücksichtigen Sie, dass Gestik und Mimik nicht immer erkannt werden können.

Aktive Teilnahme

·      Bieten Sie Flexibilität für Leistungsnachweise an, z. B. nach dem Prinzip des „universal design" an. So kann zwischen schriftlicher und mündlicher Leistungserbringung gewählt werden und es können flexible Einreichungsoptionen gewählt werden.

Prüfungen

·      Besprechen Sie Nachteilsausgleiche früh mit den Studierenden, um Anpassungen rechtzeitig planen und koordinieren zu können.

·      In Nachteilsausgleichen werden hauptsächlich Maßnahmen rund um Prüfungen, wie Zeitverlängerung, Hilfsmittelnutzung sowie Raum- und Prüfungsformänderungen durch das Prüfungsamt rechtlich gesichert.

·      Unterstützung für die Umsetzung finden Sie beim Servicezentrum Inklusion.

Teilleistungsstörungen

Was können Sie schon vor Beginn des Semesters für eine inklusive Lehre tun?

·      Formulieren Sie auf Klips 2.0 oder in einer eventuellen Begrüßungsmail Ihre Bereitschaft, die eigene Lehre nach dem Leitbild der Inklusion anzupassen. Studierende sollten mit den jeweiligen Bedarfen auf sie zukommen können. 

·      So können Materialien rechtzeitig angepasst werden.

Barrierefreie Materialien und ihr Zugang

·      Digital durchsuchbare PDFs und Dokumente, die mit den gängigen Officeprogrammen erstellt werden, sind mit Text-to-Speech-Programmen erfassbar und somit für Menschen mitLRS barrierefrei. Scans ohne Texterfassung stellen eine Barriere dar.

·      Stellen Sie Präsentationsfolien und Sitzungsmaterialien bereits vor der Sitzung in den ILIAS-Ordner oder senden Sie sie betroffenen Studierenden zu, um Studierenden mit verschiedenen Lesegeschwindigkeiten Zeit für eine inhaltliche Auseinandersetzung bzw. technische Vorbereitung zu ermöglichen.

·      Nutzen Sie in Texten serifenlose Schriftarten wie Arial, mindestens Schriftgröße 12 und einen Zeilenabstand von 1,5 und achten sie allgemein auf ein unkompliziertes Schriftbild auf Tafeln und Präsentationen. 

·      Nutzen Sie in Präsentationen mindestens Schriftgröße 16.

·      Achten Sie auf eine längere Bearbeitungszeit bei Meinungsumfragen o.Ä.. 

Aktive Teilnahme

·      Bieten Sie Flexibilität für Leistungsnachweise an, z. B. nach dem Prinzip des „universal design" an. So kann zwischen schriftlicher und mündlicher Leistungserbringung gewählt werden und es können flexible Einreichungsoptionen gewählt werden. Ermöglichen Sie eine Zeitverlängerung bei schreibintensiven Abgaben.

Prüfungen

·      Besprechen Sie Nachteilsausgleiche früh mit den Studierenden, um Anpassungen rechtzeitig planen und koordinieren zu können.

·      In Nachteilsausgleichen werden hauptsächlich Maßnahmen rund um Prüfungen, wie Zeitverlängerung, Hilfsmittelnutzung sowie Raum- und Prüfungsformänderungen durch das Prüfungsamt rechtlich gesichert.

·      Unterstützung für die Umsetzung finden Sie beim Servicezentrum Inklusion.

Quellen und Ressourcen

Diese Website wurde erstellt unter freundlicher Mitarbeit von Finja Bössow vom Inklusiven PeerSupport des DHR Uni Köln und der Fachschaft Hören & Kommunikation der Universität zu Köln, mit redaktioneller und organisatorischer Unterstützung durch Dr.‘ Daniela A. Frickel und Nathalie Weber.

Kontakt und Verbesserungsvorschläge

Diese Website ist ein work-in-progress. Wenn Du Anregungen, Kritik oder Verbesserungsvorschläge hast, wende Dich gerne an uns philfak-peersupport-inklusiv[at]uni-koeln.de

Hier findest du die Seite des inklusiven PeerSupport der Philfak.

Präsentation zur Philfak-Divers Veranstaltung am 21.05.2025

Präsentation HTBAA pdf